Dienstag, 29. Dezember 2009

Samüs verrückte Reise zum Mond, Teil 7


Der Garten neben der Laube scheint ein guter Landeplatz zu sein. Pitti steuert nach besten Kräften, doch das Luftschiff wird vom Wind immer wieder abgetrieben. Inzwischen ist es dunkel geworden und Pitti landet schließlich auf dem großen Spielplatz am Maßmannbergl. Einige Kinder spielen noch Fußball, doch sie sind so beschäftigt, dass sie nichts merken. Samü nutzt die Gelegenheit, ihnen etwas Traumsand in die Augen zu streuen und schon schlendern sie gähnend von dannen. Pitti, Schnatterinchen und Samü verstecken ihr Luftschiff im Unterholz und machen sich im Schutz der Dunkelheit auf den Weg zu Samüs Laube. Gerade wollen sie die Dachauer Straße überqueren, als sich ihnen ein Chow Chow in den Weg stellt. Drohend knurrt er sie an und in dem Moment, als er anfängt zu bellen, streut Samü auch ihm ein paar Körnchen Traumsand in die Augen. Daraufhin wird er friedlich, gähnt und streckt ihnen seine lila Zunge entgegen. Zu dem Chow Chow gehört ein kleiner Junge, er müsste etwa zehn Jahre alt sein. "Hey, Buntjo, was ist denn los mit dir?" fragt der Junge und guckt irritiert zuerst auf seinen Hund und dann auf die drei kleinen Figuren, die da neben ihm an der Ampel stehen. Samü überlegt, ob er den Jungen mit Traumsand außer Gefecht setzen sollte, doch dann besinnt er sich anders, aus Angst, das der Junge auf die Straße fällt und sich verletzt. "Angriff ist die besten Verteidigung" murmelt er in seinen weißen Bart und fragt den Jungen, ob er ein Geheimnis behalten könne und vielleicht ein kleines Abenteuer erleben möchte. Der Bub kriegt erst mal keinen Ton raus. Der Schreck, dass der Sandmann aus dem Fernsehen ihn anspricht, ist ihm deutlich anzumerken. Er guckt sich um: Vielleicht ist da ja jemand, der ihn auf den Arm nehmen will. Doch er sieht niemanden. Inzwischen ist es grün und Samü und seine beiden Freunde überqueren die Straße. Das reißt den Jungen aus seiner Starre und er und sein vierbeiniger Begleiter gehen ihnen hinterher. Die nächsten 150 Meter weichen sie ihnen nicht mehr von der Seite, dann sind sie schon am Eingang zu Samüs Behausung. "Wie heißt du?" fragt der Sandmann. "Jona", sagt Jona. "Also gut, pass auf, du musst morgen früh unbedingt um 7 Uhr da sein, wir brauchen deine Hilfe! Die Tür wird für dich offen sein. Und bis dahin...", Samü legt den Finger auf den Mund. Jona nickt, grinst und flüstert "Pssst!". Die drei verschwinden durch ein Katzentürchen ins Innere des Gebäudes und Jona macht sich auf den Heimweg. Noch sind eine Woche Ferien, da muss er nicht zur Schule. Vor lauter Aufregung wird er bestimmt schon lange vor 7 Uhr wach sein... Er spürt, dass für ihn und seinen Buntjo nun eine besondere und spannende Zeit bevorsteht, die er nie vergessen wird... Zuhause angekommen, fallen die drei Abenteurer nur noch in ihre Bettchen. Samü pustet seinen Freunden noch den Traumsand in die Augen und schon schlafen sie und träumen vom Mann im Mond.

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