Samstag, 19. Dezember 2009

Samüs verrückte Reise zum Mond, Teil 6


Mit dem Traumsand ausgestattet wollen die drei Abenteurer denn auch erst mal wieder von dannen fliegen. Doch wie das Luftschiff starten? Die Zwillings-Zwerg-Uhus Emilia und Emilie schauen sich das seltsame Gefährt aus der Nähe an. Und sie schnuppern natürlich das Eulen-Gewölle, das darin verwoben ist. Das ist ihnen gar nicht geheuer, deshalb ergreifen sie sofort die Flucht und stieben in ihren Andechser Kirchturm zurück, wo sie sofort vor Erschöpfung in einen tiefen, traumlosen Schlaf fallen. Ein weiteres Mal ist guter Rat teuer: Wo sollten sie jetzt Hilfe für den Heimflug herbekommen. "Nur nicht verzagen, uns wird schon was einfallen", beruhigt Samü. Doch es klingt wenig überzeugend. "Vielleicht fällt ja irgendwas vom Himmel", flachst Pitti. Und siehe da, Gevatter Storch kommt angeflogen, seine Gevatterin im Schlepptau. "Ich wollte mal gucken, was hier so los ist", raunt der Riesenvogel mit den staksigen langen Beinen und dem schwarzweißen Gefieder und baut sich in aller Größe vor ihnen auf. "Immerhin habt ihr mich beraubt", fügt er drohend hinzu. "Stimmt nicht", wirft Schnatterinchen ein - sie hat gar keine Angst vor der Drohgebärde des Storchs. Schließlich weiß sie, dass Samü mit dem Traumsand einen unüberwindlichen Trumpf im Ärmel hat. Doch den braucht er gar nicht zu zücken, denn als Gevatter Storch von ihren Mondfahr-Plänen erfährt, bringt er es nicht übers Herz, ihnen eine Lektion zu erteilen. "Also gut", lenkt er ein, "ich werde euch helfen. Aber nur, weil du auch so kinderlieb bist wie ich. Ohne uns hätten die Eltern Riesenprobleme, nicht wahr?!" - "Stimmt, Gevatter!" erwidert Samü und grinst. Dieses Mal ist der Start beschwerlicher, denn sie müssen von dem Storchenpaar gezogen werden. So schnell, dass sie schließlich abheben. Die beiden galoppieren wie Rennpferde, ein großer Maulwurfshügel dient als Sprungschanze - Manni der Maulwurf kann gerade noch den Kopf einziehen... und schon geht es wieder hoch in die Lüfte. Sie winken dem Gevatter und seiner Frau ein letztes Mal zu, bevor sie aus dem Blickfeld verschwinden. Kurze Zeit später sehen sie bereits die Silhouette der Großstadt mit der Frauenkirche in der Mitte. Nicht weit von dort, in der Sandstraße 1, wohnt Samü, mitten im Bierbrauviertel des Gerstensaft liebenden Millionendorfs. Im Hinterhof gibt's einen kleinen Garten mit einer Baum-Laube - das ist sein Zuhause.

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