Freitag, 27. November 2009

Samüs verrückte Reise zum Mond, Teil 3


Die drei Abenteurer, also Samü, der Sandmann aus München, und seine beiden Freunde Schnatterinchen, die Ente, und Pittiplatsch, der Kobold, sausen los und sammeln so viel Holz, wie sie in einer Stunde finden können. Sie brauchen Schnüre, um alles zusammen zu binden, Klebstoff zum Leimen und schließlich auch ein Segel, damit der Wind sie antreiben kann. So flitzen sie emsig umher und wecken alle Tiere, derer sie habhaft werden können: Die Spinne Elsa, deren Spinnweben so stark und klebrig sind, dass sie wie Schnüre halten (natürlich sind Samü, Schnatterinchen und Pitti nicht schwer, sondern quasi Leichtmatrosen). Die Bienen geben was von ihrem klebrigen Honig und die Vögel, die noch nicht schliefen, geben bereitwillig einen Teil ihrer Federn, aus denen die Seitenflügel gefertigt werden. Die Ameisenköigin Ladida befieht ihrem Volk, beim Bau des Luftschiffs zu helfen. So schleppen die kleinen Krabbler in Windeseile alles heran, woraus man ein Segel bauen kann: Schlangenhaut, Stoffreste, Gewölle von Eulen und Katzen, kleine, harte Zweige als Nadelersatz. Schnatterinchen ist eine begeisterte Näherin und näht, was das Zeug hält. Als der Morgen graut, ist das Luftschiff fertig. "Lass uns endlich anfangen", ruft Pitti plötzlich und reibt sich den Sand aus den Augen. Alle lachen, weil er die letzten Stunden verschlafen hat. "Ach du meine Nase", ruft der Kobold entgeistert, als er merkt, dass er die letzten Stunden verschlafen hat. Samü hatte ihm Traumsand in die Augen gestreut, damit er morgens ausgeschlafen sie mit dem Luftschiff nachhause bringen kann. "Schau, Pitti, hiermit lenkst du nach links und rechts und so geht es hoch und runter", erklärt Samü. Ein Dutzend Mäuse und Familie Feldhase ziehen die drei über den Rand des Fröttmaninger Berges. "Juhu, wir fliegen", jubelt Schnatterinchen und vergisst ganz und gar ihre Müdigkeit. "Ach, du meine Nase!", ruft Pittiplatsch und kann es gar nicht glauben, dass das Fluggerät sie wirklich trägt.

Donnerstag, 26. November 2009

Samü und die Rettung des Schlafsands, Teil 2


Samü geht noch am selben Abend hinauf auf auf den Fröttmaninger Berg, von wo aus er den Mond ganz besonders gut sehen kann. Es ist keine Wolke am Himmel, was wiederum Schnatterinchen und Samüs Freund Pittiplatsch, den vorlauten Kobold, dazu veranlasst, über die vielen Hundert Sterne zu staunen, die sie am Himmel erkennen können. "Guck mal, da ist der große Wagen, nack nack", ruft Schnatterinchen aufgeregt. "Wenn du die sieben Sterne da oben meinst, die sehen doch eher aus wie ein großer Schöpflöffel", wirft Pittiplatsch ein. "Ist doch egal", weist Samü seinen kleinen Freund zurecht, "wir haben im Moment andere Probleme." - "Was für Probleme meinst du denn?", fragt Pittiplatsch und schaut den Sandmann aus großen, dunklen Augen an. "Na, wie ich zum Mond komme, du Dussel", entgegnet Samü. - "Ach du meine Nase", ruft Pitti. - "Du hast doch selbst gesagt, dass man alles schafft, woran man glaubt", erinnert ihn Schnatterinchen. Stimmt, das hat Samü vergessen, obwohl es gerade mal einen Tag her war. Doch als er sieht, wie weit weg der Mond wirklich ist, beschleichen ihn erste Zweifel. Nun ist es wichtig, die Stimmung hoch zu halten. "Ok", sagt er kämpferisch, "wir bauen ein Luftschiff, und damit fliegen wir, so weit es geht. Enteder wir schaffen es bis zum Mond, oder wir finden jemand, der uns bis dahin mitnehmen kann..." - "Wir?", fragen Schnatterinchen und Pittiplatsch wie aus einem Munde. "Ich dachte, ihr wollt vielleicht mitkommen?!" erwidert Samü und grinst unter seinem weißen Bart. Er sieht in ihre leuchtenden Augen und weiß, dass er recht hat. "Also, an die Arbeit, Freunde," ordnet Samü an, "Hurrah, wir fliegen zum Mond!", rufen Pittiplatsch und Schnatterinchen, und das Herz klopft ihnen bis zum Hals.

Mittwoch, 25. November 2009

Samüs verrückte Reise zum Mond, Teil 1


Das ist das Märchen vom Münchner Sandmann Samü, dem das Abenteuer seines Lebens bevorsteht. Er weiß es nur noch nicht. Eine andere Sache weiß er aber genau: Der Traumsand geht zur Neige. Und: Die Kinder träumen nicht mehr genug. Und das ist ein echtes Problem - nicht nur für ihn, sondern für die Kindern und ihre Eltern. Denn große Mengen Traumsand gibt es nur noch auf dem Mond. Doch leider haben Sandmänner keine Flügel Und selbst, wenn sie welche hätten, kämen sie bestimmt nicht bis zum Mond. Auch der Sandmann-Ballon kommt nur bis zu den Wolken, aber nicht höher. Und dass der Sandmann selbst vom Mond kommt - ja, das ist selbst ein Märchen und entspricht leider nicht der Wahrheit. Und es gibt noch ein weiteres Problem: Samü hat eine Aufgabe, die es Abend für Abend zu erledigen gilt. Er muss den Kindern in München den Sand in die Augen streuen, damit sie einschlafen können. Oh je, nun ist guter Rat teuer. Irgendwie muss Samü es schaffen, in kürzester Zeit zum Mond und zurück zu kommen - und eine Riesen-Ladung voller Schlafsand mitzubringen. Seine Freundin, die schlaue Ente Schnatterinchen, hat eine Idee: "Warum lässt du dich einfach von jemand anderem vertreten, nack nack? Die Kollegen werden dich bestimmt nicht hängen lassen bei so einem wichtigen Vorhaben, nack nack. Dann hättest du Zeit, die Reise zu planen und durchzuführen."
Gesagt getan: Samü geht zu seinen besten Sandmann-Freunden und fragt sie, ob sie die nächsten Tage für ihn einspringen und seinen Traumsand an die Münchner Kinder verstreuen könnten. Als er ihnen sagt, dass er eine Reise zum Mond plant, um Nachschub für den zur Neige gehenden Schlafsand zu besorgen, sind sie sofort zur Hilfe bereit. Sein Freund Saro, der Sandmann aus Rosenheim, meldet allerdings Zweifel an: "Eine Reise zum Mond? Das kann doch nie und nimmer gelingen. Noch nie ist ein Sandmann so hoch hinauf gekommen.". "Aber warum sollte es denn nicht gelingen?", entgegnet Samü, "schließlich können wir alles schaffen, woran wir ganz fest glauben."