Mittwoch, 28. Juli 2010

Samüs verrückte Reise zum Mond, Teil 15


Die darauffolgende Nacht machen Samü und seine Freunde kaum ein Auge zu, so aufgeregt sind sie. Bis tief in die Nacht wird diskutiert, ob das Risiko nicht vielleicht doch zu groß ist. Insbesondere, wo doch ein Menschenkind mit dabei sein würde. "Aber ich hab's ihm doch versprochen! Und irgendwas sagt mir, dass er uns noch in besonderer Weise helfen wird", beteuert Samü und hofft dabei auf den Beistand des lieben Sandmann-Gottes, der auch allen Kindern beisteht. Auch Jona wälzt sich hin und her. Bereits um 6 Uhr steht er auf, um rechtzeitig da zu sein. Seinen Eltern hat er erzählt, er habe sich mit einem Freund fürs Freibad verabredet. Sie hätten ihn doch sonst nie gehen lassen. Unter seinem Kopfkissen liegt ein Brief, in dem er seinen Eltern schreibt, wo er tatsächlich hingeht - und mit wem. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass ihm doch etwas zustößt. Da Jonas Eltern meistens mit sich selbst beschäftigt sind, würden sie sein Fernbleiben erst am späten Abend bemerken - und bis dahin sollte er längst wieder da sein. Um halb 8, als Jona und Buntjo eintreffen, herrscht hektische Betriebsamkeit in der Baumhöhle und darum herum. Alle Sandmänner, die auf die Schnelle kommen konnten, sind da, um für den Mann im Mond einen gemeinsamen Brief zu verfassen. In dem Brief wollen sie bitten, vom geheimnisvollen Traumsand etwas abzugeben, damit die Kinder auf der Erde weiter gut schlafen können. Bevor die Hexe Hinkefuß kommt, beten sie für die Mission und machen sich flugs aus dem Staub. Keiner möchte der Hexe begegnen. Als sie kommt, erstarrt Jona vor Furcht, denn sie ist wirklich sehr alt und sehr hässlich. Er spricht sich in Gedanken Mut zu und setzt sich dann mit Buntjo, Samü, Pitti und Schnatterinchen bereitwillig in den Dunstkreis ihres stinkenden Atems. "Seid ihr bereit?" fragt sie mit rauer Stimme. Alle nicken und gucken entschlossen in die Runde. Mit dem Besen zieht Hexe Hinkebein einen unsichtbaren Kreis um die Abenteurer und dreht dann in der Mitte den magisch leuchtenden Brummkreisel. Sie hören die Hexe noch undeutliche Beschwörungsformeln murmeln. Bald ist das Brummen und Flimmern so laut und hell, dass alle kurzzeitig das Bewusstsein verlieren. Im nächsten Moment schweben sie auf der Umlaufbahn und sehen - zunächst noch in einiger Entfernung - die sagenhafte Leiter zum Mond. Doch siehe da, tatsächlich warten da zwei Leitern: eine führt nach oben und eine nach unten! Was hat das zu bedeuten?