Samstag, 13. März 2010

Samüs verrückte Reise zum Mond, Teil 12


... und heraus schaut ein kuscheliges weißes Schaf und sagt "Hallo". Jona ist etwas verdutzt, obwohl er durchaus bemerkt hat, dass es sich um eine Handpuppe handelt. "Hallo", sagt er dann aber und will dem Wollschaf gerade die Hand schütteln, als sich ein Körper dahinter durch die Tür schiebt und sich der Lehrer Post in seiner ganzen Größe zeigt. Er guckt nun ebenso verdutzt auf Jona. "Ach, ich hatte meine Enkelin Larissa erwartet", sagt er, und: "Was willst du denn hier, Jona? Es sind doch Ferien!" - Jona tritt verlegen von einem Fuß auf den anderen, als Buntjo plötzlich zu bellen anfängt. "Hallo Opa", ruft gleich danach ein Mädchen von etwa elf Jahren, das soeben die Treppen hochgelaufen kommt. Das ist offensichtlich Larissa. "Die Tür unten war offen und da bin ich gleich hochgerannt." Als sie Jona und Buntjo bemerkt und sieht, dass ihr Großvater ihnen mit einem weißen Handpuppen-Lämmchen gegenübersteht, muss sie erst einmal lachen. Schließlich landen alle drei einschleißlich Buntjo bei Herrn Post auf dem Sofa im gemütlichen Wohnzimmer, trinken heiße Schokolade und essen selbst gebackene Dinkelkekse. Jona sieht ihn fragend an. "Hm, bei den wilden Pferden, wo ein Kaiser einst gehaust", sagt Herr Post und legt seine Stirn in Falten. "Da muss ich erst mal ein wenig nachdenken..." Eine Minute später hellt sich seine Miene auf: "Ich habe schon eine Idee", sagt er und schlägt ein Buch auf. Unvermittelt sieht er Jona forschend über den Rand seiner Lesebrille an und fragt: "Warum willst du das überhaupt wissen? Du brauchst das hoffentlich nicht für eine Ferienarbeit und benutzt mich nun, um dir die Arbeit zu ersparen?" - "Nein, es ist nicht für mich, sondern für einen guten Freund, er heißt Samü und ist ... verflixt, das darf ich leider nicht verraten, ich hab's versprochen. Aber es hat nix mit der Schule zu tun", beeilt er sich zu versichern. "Ich hab eben mein Indianerehrenwort gegeben..." Nun ist auch Larissas Interesse geweckt. "Ich will dir was zeigen, Jona", sagt sie und nimmt ihn mit auf den Balkon, wo sie Seifenblasen in den Wind pustet, die so schön bunt schillern, dass Jona ganz sprachlos wird. "Wenn du mich einweihst, dann schenk ich dir das Fläschchen", verspicht Larissa und blickt ihn etwartungsvoll an. "Es geht nicht, vielleicht morgen, ich muss schauen", weicht Jona aus. Er will Larissa gerne besser kennenlernen, aber er kann doch Samüs Vertrauen nicht enttäuschen. So verabreden sie sich für den nächsten Tag an der Eisdiele vor dem Türkendolch. Inzwischen hat auch Lehrer Post seine Recherchen beendet und präsentiert das Ergebnis: "Ich glaube, es ist die Spanische Hofreitschule in Wien, da hat der österreichische Kaiser Leopold anfangs bei den Pferden im Stall geschlafen." Glücklich fährt Jona zurück zu Samü, um ihm die gute Nachricht zu überbringen... Er erzählt Samü alles, auch von Larissa und den Seifenblasen. "Ach", entgegnet Samü nur, "ach, verstehe. Aber Jona, wir dürfen uns jetzt nicht ablenken lassen und haben keine Zeit zu verlieren. Meine Sandmannkollegen springen nicht ewig für mich ein und wenn sie meinen Job nicht mehr übernehmen, können die Kinder in München nicht mehr richtig einschlafen... Wenn wir erst mal in Wien sind, stelle ich dir den Clown Pic vor, der ist der König der Seifenblasen-Poesie, niemand pustet so kunstvoll wie er. Pic ist dort gerade mit seinem Zirkus auf Tournee..." Das hört sich natürlich sehr vielversprechend an, aber er kann doch nicht einfach so nach Wien fahren, das würden seine Eltern doch nie erlauben. Jetzt war mal wieder guter Rat teuer..